Kennen Sie Ernst Mosch? Donnerstag, Jul 24 2008 

Und seine Egerländer Musikanten? Mosch (das wußte ich natürlich nicht, sondern schlug es eben bei wikipedia nach) wurde 1925 geboren und verstarb 1999. Er war »Gründer und Dirigent der Original Egerländer Musikanten und wurde auch König der Blasmusik genannt«.

Ich würde mich nicht als ausgeprägten Kenner seines Werkes bezeichnen wollen, das sehr umfangreich und erfolgreich ist: Mosch, so las ich dort, hatte über 1000 Konzerte und verkaufte in 42 Ländern mehr als 40 Mio Tonträger. Er gewann 29 Goldene, Platin- und Diamantbesetzte Schallplatten. Und: Mosch trat mit den Original Egerländer Musikanten am 21. Mai 1966 in der Carnegie Hall in New York auf.

Was Mosch zu einem Auftritt in den Sprachstolpereien verhilft, ist nichts anderes als ein köstlicher Verschreibsler, der mir von einem lieben Freund zugetragen wurde. Seit Wochen steht bei amazon.de zu lesen: Das Beste Von Ernst Mosch von Ernst Mosch (& seine Original Egerländer Schaufensterpuppen) (Audio CD – 1989)

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Wortgefechte … Dienstag, Jul 15 2008 

… und Sprachstolpereien! Das passt zusammen. Ersteres der Name einer Kolumne, die regelmäßig im Ressort »Vermischtes« der welt online erscheint. Der Autor, Textchef Sönke Krüger hat » überflüssige(n) Anglizismen und Fachchinesisch, Schachtelsätze(n) und stilistische(n) Blähungen« den Kampf angesagt und stellt sich jeden zweiten Montag zum Wortgefecht auf.

Mal schwingt er die linguistische Streitaxt gegen den Bürokratenjargon und plädoyiert (pardon: spricht für) verständliches Deutsch, für »Wetter« statt »Witterungsbedingungen« und »Briefmarke« statt »Postwertzeichen«.

Oder er hält das schützende Sprachschild über die gute deutsche Sprache, und fragt, ob wir tatsächlich bald »ein Gesetz wie in Frankreich« brauchen, »wo Anglizismen verboten und französische Ersatzbegriffe vorgeschrieben sind?«

Und schließlich richtet er die stilistische Lanze gegen den Sportjargon. Hoffentlich zerbricht die nicht an der eigenen Überschrift »Pille, Nille, Mörder-Bums«?!

Insgesamt finden sich in der sehr lesenswerten und unterhaltsamen Kolumne neben zahlreichen »Zugpferde(n), die wie Pilze aus dem Boden spriessen«, mancherlei leicht Verdauliches und selten schwer Verständliches. Und schließlich lernen wir, warum wir den Wonderbra lieben und den Chairman verachten.

Im Übrigen: Auch die eigene Zunft wird kaum verschont: In dem Artikel über Schlagzeilen zum Lachen und Weinen werden selbst »Kinder-Ohren Augen machen«.

Kennen Sie Willy Astor? Freitag, Jun 20 2008 

… und sein legendäres Rauchermärchen? Da werden Marken verball- und worthornt: Nein? »Hilf Dir selbst, dunhil‚ft Dir Gott!« Keine echten Neologismen, Wortneuschöpfungen, sondern eben der versprachwitzelte Gebrauch bestehender Begriffe. Für Astor, der ein sehr ursprüngliches Münchnerisch spricht, bieten sich da großartige Spielwiesen. »da brauchst a‘ guadeloupe« (eine gute Lupe), um nur ein Beispiel zu nennen.

Wortspielereien bieten sich auch an, wenn es darum geht, dröge Themen anzureichern. Oder doch noch etwas Schlaues, Gewitztes zu Themen abzusondern, zu denen bereits Alle Alles gesagt oder geschrieben hatten. So gedachte ich der Willy-Astor-Methode, als ich aufgefordert wurde, die Print Media Messe Drupa 2008 zusammenzufassen:

Die Messe einfach nur gigantoman(roland): allein in Halle 1 und 2 über 1.800 homini heidelbergensis, da braucht nicht nur Lieschen Müller Martini geschüttelt und gerührt. Ich bin ganz Fuji. Und nach dem ganzen Messefraß heißt es nun wieder FDH oder FDI? Und zahlreiche ZIPPERlein. Zum Beispiel an beiden Füßen Blasen, da half nicht mal der Druckverband. Aber ich kam aus dem Staunen nicht raus, rannte über die Messe mit offenem Gmund. Um sich durch die 400.000 anderen Besucher zu kämpfen, muss man schon ein Acrobat sein und an den Ständen herrscht ein Stellungskampf wie zwischen Koenig und Bauer. Agfa(hr) für Leib und Leben.
Auf der Messe war Enfocus von mir das Buch. Leider völlig unterrepräsentiert, ich HP kaum was gefunden. Erst dachte ich, das wird Böwe enden. Am Ende kein Problem, 2B or not to be, dachte ich mir, was scholz, und trug es JUST in den Drupacube. Und dort Kama wirklich viel lernen.

Die Kalauerei ergänzt um eine etwas ernsthaftere Zusammenfassung (auch aus meiner Feder) findet der geneigte Leser in einem Newsletter der Gruppe Print & Produktion.