Zurück in die Zukunft Donnerstag, Okt 30 2008 

Heute (30.10.2008) erhalte ich ein personalisiertes Video, das unmittelbar nach den Wahlen in den USA (7.11.2008!) entstanden sein wird und mich als säumigen Wähler ahndet. Denn – so die Quintessenz – wäre ich zur Wahl erschienen, wäre McCain nicht Präsident geworden. Mal sehen, was die Zukunft bringt?

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Hallo! Sonntag, Apr 20 2008 

Das ist nicht nicht die herzlich gesprochene Grußformel eines jungen Blogs an seine überschaubare und geschätzte Leserschaft. Dann stünde hier »Geneigte Leser«, oder ich spräche Euch (noch ist mir das ob der erwartet überschaubaren Reaktionen möglich) namentlich mit »Lieber Herr Zosel«, »Lieber Joachim«, »Meine liebe Freundin Renate« an.

»Hallo«, das ist kein Gruß, sondern ein Aufschrei: Bald jede E-Mail und auch viele maschinen- und sogar handgeschrieben Briefe initiieren die Anrede mit diesem Ausruf, der mich immer an einen einsamen Suchenden (nicht Sokrates!) erinnert. Ja, ich habe das Bild eines im Dunkeln Herumirrenden im Hinterkopf, der bald panisch nach Unterstützung schreit: »Hallo!!!«. Oder das eines abgehalfterten Altenpflegers, der den Mantel der Demenz, der über seiner senilen und schwerhörigen Patientin liegt, mit einem gebetsmühlenartigen »Hallooo, Haaallooooo« zu durchbrechen versucht. Bestenfalls bin ich an einen schnösseligen Stenz erinnert, der, eine Augenbraue künstlich hochgezogen, seiner untadeligen Gegenüber im Club ein möchtegernerotisches »Halloooohhh« zuhaucht.

In jeder Ausprägung bleibt es ein unpersönlicher Ausruf, der eines Gegenübers nicht braucht, oder auch nur wert wäre. In der Bergrettung möglicherweise angebracht, in Briefen, gleich welcher Art, ist es despektierlich. Und dagegen hab‘ ich was.

Dagegen hab‘ ich was Mittwoch, Apr 16 2008 

Warum »Sprachstolpereien«? Der Name kommt nicht von ungefähr. Motiviert wurde ich durch den Untertitel eines Werks W.E. Süskinds, das den treffenden Haupttitel »Dagegen hab‘ ich was« trägt. Das Buch erschien ein Jahr vor dem Tode des Verfasser 1969 in der Deutschen Verlagsanstalt.

Süskind verstand sich [hier] nicht nur als Sprachkritiker. Eher als Sprachverbesserer – sucht er auch zu erklären, wie Sprachschnitzer entstanden, und wie sie zu vermeiden sind – oder gar als Gesellschaftskritiker:

Wie man es vom »Wörterbuch des Unmenschen« schon vermutet hat: es ist ein Buch nicht von sprachwissenschaftlichem, sondern vom gesellschaftskritischem Ehrgeiz, das Buch eines Journalisten.

Hier, im Blog, ist es zunächst der Standpunkt des Autors, den ich zutiefst teile, wenn Süskind schreibt, dass einem wenigstens freigestellt sein müsste, wogegen man was habe. Der Krittler könne ja »nur zurechtkommen, wenn ihm klar ist, daß er keine pontifikale Gestalt hat […], daß er ausschließlich aus sich und für sich spricht.«

Und meine Motive? Mit geht es einmal darum, eine Plattform zu haben, um austeilen zu können, und schließlich darum, die Sprache ein wenig über das allgemeine Blogniveau zu heben. Ihre Kommentare über meine Schnitzer und die anderer begrüße ich gerne jederzeit!