Definitionen und anderer Schnickschnack

»Social web« oder »Communities« sind in aller Munde. Nachfolgend möchte ich ein paar ins Mark treffende Definitionsansätze kommentieren. Zunächst Wikipedia zum Begriff der Community:

Eine Community (engl. »Gemeinschaft«, pl. communities, pl. (deu.) Communitys) ist eine Gruppe von Personen, die gemeinsames Wissen entwickelt, Erfahrungen teilt und dabei eine eigene Identität aufbaut.

Der Begriff »Community« beschreibe dabei eher eine soziale Gruppe als eine Gemeinschaft. Und das sei der Grund, weshalb sich der anglisierende (Autsch) englische Begriff auch im deutschen Sprachraum durchgesetzt habe. Aber nun zu der starken Forderung, die Mitglieder möchten gemeinsames Wissen entwickeln UND Erfahrungen teilen UND dabei eine eigene (Gruppen?)Identität aufbauen?

Ich darf die Definition an einem praktischem Beispiel deklinieren und fragen, ob z. B. eine Schulklasse eine Community mit einer gemeinsamen Identität ist? Dort soll zumindest in der Theorie ein Wissen vermittelt werden, dessen Stand bei allen Mitschülern verglichen wird. Die Schüler teilen gewiss über die Jahre zahlreiche Erfahrungen, identifizieren sich möglicherweise mit einem (oder wechselnden) Ideal(en), einem gemeinsamen Ziel, einem Namen, sogar der Marke »Klasse 4c«. Hätte es da nicht gereicht, die Kriterien Wissen, Erfahrung, Identität alternativ anzubieten.

Schließlich gäbe es, so wikipedia, eine ganze Reihe von Ausprägungen, von der Foto Community (3 Personen auf einem Bild?) bis zur Online-Community. Letztere zeichnete sich dadurch aus, dass sie »eine Website [betreibt], auf der sich Internetsurfer mit ähnlich gelagerten Interessen treffen und ihre Erfahrungen austauschen«. Mich will das nicht überzeugen. Und ich empfehle dem Verlag Bertelsmann dringend von dem geplanten Editionsvorhaben Wikipedia. Die freie Enzyklopädie zurückzutreten.

Dagegen liest sich folgende tautologische Erklärung auf den ersten Blick fast schlüssig:

Communities sind ein probates Mittel, um den Dialog unter den Mitgliedern (Ihren potentiellen Kunden) zu fördern. Sie stärken das Gemeinschaftsgefühl und bieten einen gegenseitigen Nutzen durch kollektives Wissen, das allgemein zugänglich ist.

Den Autor dieses Beitrags will ich nicht preisgeben. Und auch die Frage nach Huhn und Ei nicht stellen. Vielmehr mich über Communities freuen, deren Bestimmung darin zu liegen scheint, im Selbstzweck alle stilistischen Mittel zu heiligen.

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