Subtil, ironisch, augenzwinkernd, so wollte ich Sprachstolpereien vorführen. Doch was ich bei einem heutigen (und ungeplanten) Streifzug durch die web 2.0 Veröffentlichungen entdeckte, ließe Süskind erblassen! Keine Stilblüten etwa, sondern Fehlschlüsse, keine griffigen Schlagzeilen, sondern wirre Wortreihungen. Süskind hätte das möglicherweise zurückhaltend als »sprachliches Fehl-Arrangement« wie sein vielzitiertes Beispiel des »konfusen Rangierbahnhofs« bezeichnet.

Ein paar davon muss ich zum Zwecke der Veranschaulichung zum Besten geben. Aus den aktuellen Schlagzeilen der Seite Zoomer.de muss ich nicht einmal willkürlich auswählen, sondern zitiere einfach von oben nach unten:

  1. Liverpool führt – dank Ballack-Fehler (Was ist das, ein »Ballack-Fehler«? Ein Sprach- oder ein Spielfehler?)
  2. Langeweile im Job. Alle denken ich arbeite … (Hier fehlt auf jeden Fall ein Komma, der Sinn bleibt immer entstellt. Aber wenn alle mit Denken beschäftigt sind, ist es gut zu wissen, dass wenigstens einer arbeitet.)
  3. Dresden stimmt für neuen Bürgerbescheid. (Eine neue Form der Stadtherrschaft?), da fügt sich
  4. Peking sauer über neue Pariser Ehrenbürger nahtlos an.

»Halt, halt!« werden Sie einwenden, da handele es sich ja nur um Schlagzeilen, aus dem Kontext gerissen, mit elliptischen Stilmitteln verknappt. Mag sein, werde ich erwidern, aber dagegen hab‘ ich was!

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