Das ist nicht nicht die herzlich gesprochene Grußformel eines jungen Blogs an seine überschaubare und geschätzte Leserschaft. Dann stünde hier »Geneigte Leser«, oder ich spräche Euch (noch ist mir das ob der erwartet überschaubaren Reaktionen möglich) namentlich mit »Lieber Herr Zosel«, »Lieber Joachim«, »Meine liebe Freundin Renate« an.
»Hallo«, das ist kein Gruß, sondern ein Aufschrei: Bald jede E-Mail und auch viele maschinen- und sogar handgeschrieben Briefe initiieren die Anrede mit diesem Ausruf, der mich immer an einen einsamen Suchenden (nicht Sokrates!) erinnert. Ja, ich habe das Bild eines im Dunkeln Herumirrenden im Hinterkopf, der bald panisch nach Unterstützung schreit: »Hallo!!!«. Oder das eines abgehalfterten Altenpflegers, der den Mantel der Demenz, der über seiner senilen und schwerhörigen Patientin liegt, mit einem gebetsmühlenartigen »Hallooo, Haaallooooo« zu durchbrechen versucht. Bestenfalls bin ich an einen schnösseligen Stenz erinnert, der, eine Augenbraue künstlich hochgezogen, seiner untadeligen Gegenüber im Club ein möchtegernerotisches »Halloooohhh« zuhaucht.
In jeder Ausprägung bleibt es ein unpersönlicher Ausruf, der eines Gegenübers nicht braucht, oder auch nur wert wäre. In der Bergrettung möglicherweise angebracht, in Briefen, gleich welcher Art, ist es despektierlich. Und dagegen hab’ ich was.
21. April 2008 um 19:33 |
Hallo Herr Woll,
das war mir so noch nicht bewusst, aber Sie haben Recht. Jedenfalls, was das alleinstehende „Hallo!“ betrifft.
Aber was ist mit dem „Hallo“ in Kombination mit dem Namen? Haben Sie da auch etwas dagegen? Was schlagen Sie als Alternative vor – wenn „Liebe/r“ mal nicht passt?
21. April 2008 um 20:44 |
Guten Abend Herr Zosel, ich grüße Sie, Herr Zosel,
auch »geehrter xy, verehrte xy« (es muss ja nicht immer superlativiert werder) sind meines Erachtens nie aus der Mode. »Werter Kollege«, ganz gleich, wie Sie den Angesprochenen attribuieren, Sie tun es wertschätzend oder verbinden zumindest mit dem Namen einen Wunsch. Wie wär’s mit »Herzlich Willkommen in meinem Blog Herr Zosel!«?
Wenn ich die Anzusprechenden namentlich nicht kenne, ließe ich mir ein »Hallo in die Runde« zur Not noch eingehen. Wobei man da genausogut sagen könnte: »Ich bin dann mal da«. Das »Hallo« will mir nie recht passen, es sei denn, es wäre mit einem wertschätzenden Attribut verbunden: »Hallo, lieber Herr Zosel«.
Ich persönlich will das »Hallo« zukünftig bewußter verwenden. Zumindest immer dann, wenn es mit der Wertschätzung nicht so weit her ist. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.
8. Februar 2009 um 23:41 |
Hallo, hier Bryan! Lieber Freund, ich bin weder ein abgehalfterter Stenz noch ein einsam Suchender. Ich bin nur ein netter, kleiner Teddybär. Und ich will Dir schreiben, weil in meinem Fall ein „Hallo“ eine sehr freundliche Begrüßung ist. Deswegen habe ich auch mein kleines Weblog so getauft: „hallohierbryan.de“ will Dich einladen zum Stöbern und zur guten Unterhaltung. Mein Hallo ist also zwar von einem Bären, aber keineswegs despek-tierlich. Gehab Dich wohl!
PS: Hallo, auch ich stolpere gelegentlich über Eure Sprache: Vielleicht kannst Du mir ja erklären, warum das Wort „Rückgebäude“ nicht in Papis Duden zu finden ist. Darüber mach ich mir Sorgen …. (unter „hallohierbryan.de“) Und dass Bergrettung gar nichts mit Naturschutz zu tun hat, hat der Papi mir grad erklären müssen. Meine Bärenrettung!